Internet of Things

Das Internet der Dinge (engl.: Internet of Things (IoT)) steht für eine vollständig vernetzte Welt, in der das Internet nicht nur aus menschlichen Teilnehmern besteht, sondern auch aus Objekten. Physische Produkte werden mit immer größeren Anteilen an Software ausgestattet und über das Internet zu einer weltweiten Infrastruktur miteinander verbunden. Dadurch sind physikalische Informationen umfassend digital erfassbar und messbar. Es entsteht ein Ökosystem aus Daten, die eine systematische und nutzerzentrierte Betrachtung der Produkte zulassen. Hieraus ergeben sich neue wirtschaftliche Potenziale für Unternehmen.

Alles kommuniziert mit allem

Gabler bezeichnet  das Internet of Things als „die Vernetzung von Gegenständen mit dem Internet, damit diese Gegenstände selbstständig über das Internet kommunizieren und so verschiedene Aufgaben für den Besitzer erledigen können. Der Anwendungsbereich erstreckt sich dabei von einer allgemeinen Informationsversorgung über automatische Bestellungen bis hin zu Warn- und Notfallfunktionen.“1

“The Internet of Things is not a concept; it is a network, the true technology-enabled Network of all networks.” -
 
Edewede Oriwoh

Der Wechsel von der bisherigen Nutzung proprietärer Infrastrukturen hin zur Nutzung des globalen Internet Protokolls (IP) beschleunigt diese Entwicklung. Immer kleinere, günstigere und leistungsfähigere Komponenten fördern dabei eine immer effektivere Kommunikation zwischen den Geräten und deren Interaktionen mit den Benutzern.

Laut Gartner waren 2017 bereits 8,4 Milliarden Dinge mit dem Internet verbunden. 2018 werden es knapp 11,2 Milliarden sein.2 Für 2020 werden 50 Milliarden vernetzte Dinge prognostiziert.3

Intelligente Produkte bereits weit verbreitet

Ausgestattet mit einer eindeutigen Identität (Adresse) im Netzwerk und elektronischer Intelligenz sind Objekte und Gegenstände in der Lage über das Internet zu kommunizieren. Das Internet of Things kennt keine Produkt-, Branchen- und Prozessgrenzen. Neben Computern, Tablets, Smartphones oder Smart Watches verbindet das IoT auch Gegenstände des Alltags wie Haushaltsgeräte, Werkzeuge sowie Maschinen im industriellen Umfeld. Und zwar untereinander und mit Informatikanwendungen, die mit Hilfe der hin und zurück übermittelten Daten, vielfältige integrierte Dienste und Services entstehen lassen. Laut der aktuellen Studie „Smart Industrial Products 2019“ beschäftigen sich bereits 87 Prozent der Unternehmen aus der deutschen Industrie mit intelligenten Produkten. Knapp die Hälfte bietet solche bereits an. Das spiegelt die hohe Marktdurchdringung des Themas wider.

Datenintegration und Datenspeicherung

Die bei der Kommunikation anfallenden IoT-Daten müssen gespeichert werden, um sie weiter verarbeiten zu können. Hierfür kommen vorzugsweise cloudbasierte IoT-Management und IoT-Plattformen zum Einsatz. Sie bilden, als eine Art Dolmetscher und Service-Zentrale, eine sichere Verbindung zwischen Geräten, Anwendungen und Benutzern. Zudem sorgen sie dafür, dass verschiedenartige Gerätetypen und Anwendungen über ihre jeweils eigenen Kommunikationswege Informationen austauschen können. Dafür stellen sie die systemübergreifende Verknüpfung her und liefern Funktionen zur Steuerung sowie zur Analyse von Daten.

Datenanalyse und Datenauswertung

“Everything that can be automated will be automated”
Robert Cannon 

Das IoT produziert einen konstanten Datenfluss. Die gemessenen IoT-Daten können jegliche Art von Information sein: Von einfachen Temperaturdaten und Geokoordinaten über Beschleunigung, Erschütterung und Feuchtigkeit bis hin zu anonymisierten Bewegungsdaten von Mobiltelefonen. Im Jahr 2025 werden weltweit rund 163 Zettabyte an Daten generiert werden – 60 Prozent davon Unternehmensdaten.4 Algorithmen und Analysetools helfen aus den gesammelten Rohdaten (Big Data) nutzbringende und wertschöpfende Anwendungen zu generieren (Smart Data). Unter Einbeziehung von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Datenverarbeitung lassen sich so beispielsweise viele Prozesse wie Bedienung, Wartung oder Steuerung immer weiter automatisieren.

 

Unterscheidung zwischen privater und industrieller Anwendung des IoT

Trotz des universellen Charakters des Internet of Things kann grundsätzlich zwischen einem IoT für Verbraucher und einem IoT für die Industrie (Industrial Internet of Things (IIoT)) unterschieden werden. Im privaten Umfeld sind hauptsächlich Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs für eine komfortablere und intelligentere Nutzung untereinander vernetzt. Im industriellen Umfeld werden Geräte miteinander vernetzt (Machine-2-Machine), um Abläufe in der Produktion, Fertigung und Logistik besser planen oder Wartungsbedarfe vorhersagen zu können. Prozesse werden dadurch effizienter und günstiger. Ausführlichere Informationen über den stark wachsenden Markt der Business IoT beziehungsweise das IIoT enthält die IoT-Marktübersicht.

Einer IDC-Studie zufolge werden die weltweiten IoT-Ausgaben im Jahr 2018 um 15 Prozent auf 772,5 Milliarden Dollar steigen und 2021 ein Volumen von 1,1 Billionen US-Dollar erreichen.5 Davon entfällt derzeit noch der größere Teil auf die IoT-Hardware. Am stärksten wächst nach den Prognosen der Marktforscher jedoch das Technologiesegment der IoT-Software, wozu Anwendungs- und Analyse-Software, IoT-Plattformen und Security-Lösungen zählen. Für Deutschland prognostizieren die Marktforscher bis 2021 ein Wachstum des IoT-Markts auf 48 Milliarden US-Dollar.

Digitale Wertschöpfung

Das Internet of Things ist das Vehikel digitalisierter Produktangebote. Neben den Informationen zur Produktoptimierung steckt der größte Mehrwert in der Generierung neuer Dienste, die zusammen mit dem physischen Objekt größeren Kundennutzen liefern. Eine bisher fertigungsorientierte Wertschöpfung wandelt sich schrittweise in eine serviceorientierte Wertschöpfung. Damit eröffnet das Internet of Things neue Umsatzquellen und Märkte.

Um das Potenzial auszuschöpfen, müssen sowohl (interne) Prozesse als auch die Interaktionen mit Partnern, Kunden und Lieferanten zunehmend digital ausgerichtet werden. Vorzugsweise auf einer digitalen Plattform, die alle Datenströme zusammenführt. In Industrieunternehmen übernimmt diese Rolle das Product Lifecycle Management (PLM), indem es eine einheitliche Datenplattform für alle Beteiligten ermöglicht.

 

Quellen

GABLER Wirtschaftslexikon: Internet of Things (eingesehen am 04.12.2018).
Gartner: Gartner Says 8.4 Billion Connected "Things" Will Be in Use in 2017 (eingesehen am 04.12.2018).
Juniper Research: The Internet of Things: Consumer, Industrial & Public Services 2018-2023 (eingesehen am 04.12.2018).
IDC/Seagate: Data Age 2025 (eingesehen am 04.12.2018).
IDG BUSINESS MEDIA: Studie Internet of Things 2018 (eingesehen am 04.12.2018).

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