Bericht -

Wachstumsmarkt additive Fertigung

Die additive Fertigung boomt. Dies zeigen nicht nur die globalen Umsatzprognosen, sondern auch der Blick auf den hiesigen Stellenmarkt, der in 2017 enorm angezogen hat.

Die Zahlen sprechen für sich: Laut Strategy&, der Strategieberatung von PwC, soll der weltweite Markt für 3D-Druck-Produkte in der Industrie pro Jahr zwischen 13 und 23 Prozent zulegen und 2030 ein Volumen von 22,6 Milliarden Euro erreichen1. Die amerikanischen Marktforscher von IDC prognostizieren für 2018 einen globalen Umsatz von 12 Milliarden Dollar und erwarten bis 2021 einen Anstieg auf 20 Milliarden Dollar2.

Hoher Reifegrad

Aktuell entwickelt sich der Reifegrad der additiven Fertigung stark weiter. Dabei ist auch eine Vielzahl deutscher Firmen beteiligt, die Technologien und Materialien auf höchstem Niveau bieten.

Neben optimierten Druckmethoden und -materialien zählen die Marktanalysten eine stärkere Implementierung in die Geschäftsprozesse sowie die Realisierung neuer Geschäftsmodelle zu den Wachstumstreibern. Strategy& erwartet, dass die Luft- und Raumfahrt und die Medizintechnik mit je durchschnittlich 23 Prozent am stärksten wachsen werden. Ihnen eröffnen die 3D-Druckverfahren neue Potenziale in der Produktion: Ersatzteile ließen sich zukünftig nach Bedarf vor Ort fertigen. Aber auch in der Automobilindustrie soll das Marktvolumen auf 2,61 Milliarden Euro (2030) steigen, was einer Zunahme von 15 Prozent entspricht. Hier liegt der Schwerpunkt allerdings bislang noch in der Prototypentwicklung und nicht im Ersatzteilgeschäft.

3D-Druck wird zum Jobmotor

Auch ein Blick auf den deutschen Stellenmarkt der letzten beiden Jahre belegt den Vormarsch der additiven Fertigung. Im Vergleich zu 2016 ist die Nachfrage nach entsprechenden Fachleuten in 2017 um 88 Prozent gestiegen. Dies hat eine Auswertung von Joblift3 ergeben. Das Hamburger Startup bündelt die Angebote anderer Jobbörsen auf seiner Online-Plattform und durchsucht nach eigenen Angaben 4.000 Stellenportale in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich.

2016 wurden in Deutschland insgesamt 2178 Stellen im Bereich 3D-Druck ausgeschrieben, 2017 waren es bereits 4099. Gründe für das enorme Wachstum, das pro Monat in den vergangenen zwei Jahren bei durchschnittlich sieben Prozent lag, sind laut Joblift die immer schneller werdende Drucktechnologie sowie die steigende Anzahl verwendbarer Materialien. Zum Vergleich: Das durchschnittliche monatliche Wachstum des gesamten deutschen Stellenmarktes betrug drei Prozent.

Konstrukteure am meisten gefragt

Gesucht wurden vor allem Konstrukteure, Maschinenbauer sowie Programmierer. Rund die Hälfte der neuen Stellen entstand in Konzernen mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Aber auch in Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern sind Fachleute stark nachgefragt. Laut Joblift geht die technische Weiterentwicklung mit günstigeren Komponenten einher, was auch KMUs die Arbeit mit dieser Technologie ermöglicht.

Die geographische Auswertung der Inserate spiegelt die Dezentralisierung der deutschen Industrie wider: Jede siebte Stelle entsteht zwar in München, Berlin und Hamburg liegen mit deutlichem Abstand dahinter. Doch drei der zehn wichtigsten Standorte haben weniger als 8.000 Einwohner, die vier übrigen zwischen 25.000 und 600.000. Was die Graphik nicht verrät: Die zwei Unternehmen mit den meisten Jobangeboten im 3D-Druck-Bereich sitzen in Bielefeld und Krailing.

Momentan findet die additive Fertigung am häufigsten Anwendung im Maschinen- und Anlagenbau, der mit 2209 Inseraten auch die meisten Stellen in Deutschland ausgeschrieben hat. Doch in Zukunft könnten sich – wie von Strategy& und IDC prognostiziert – Medizintechnik, Automobilbranche und Luft- und Raumfahrttechnik zu entscheidenden Einsatzgebieten entwickeln: Die Stellenanzeigen haben sich in diesen Branchen 2017 mehr als verdreifacht. In der Luft- und Raumfahrt lag die Steigerung sogar bei 251 Prozent.

Qualitätsmanagement in der Serienfertigung

Die Prozessstabilität ist von immenser Bedeutung für ein Fertigungsverfahren. Sie gewährleistet, dass qualitativ hochwertige Bauteile reproduzierbar sind, und hilft kostenverursachenden Ausschuss zu vermeiden. Noch fehlt vielen Herstellern die Praxiserfahrung, um additiv-generative Technologien in der Serienfertigung zu nutzen. Deshalb unterstützen wir ein Forschungsprojekt, um 3D-Druckverfahren sicherer und besser zu machen.

Im Rahmen von QualiPro 3D wird eine prozessbegleitende Inline-Qualitätssicherung entwickelt, die eine vielversprechende Alternative zur üblicherweise nachgelagerten Bauteilprüfung bietet. Angestrebt wird, mit den gewonnenen Erkenntnissen eine breite industrielle Anwendung generativer Verfahren zu fördern. Damit zielt das Projekt QualiPro 3D auch darauf ab, die Produktion am Hochlohnstandort Deutschland zu stärken und bei Unternehmen sowie ihren Zulieferern neue Arbeitsplätze zu schaffen.


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Lucas Kirsch
Analyst im Bereich Produktmanagement & Consulting
 

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