Industrie 4.0: Welche Geschäftsmodelle rechnen sich?

Die Digitalisierung bietet der Industrie viele Chancen, wirft aber die Frage auf, wie damit konkret Geld zu verdienen ist. Das Verbundprojekt GEMiNI stellt nun innovative Methoden bereit, um Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 erfolgreich zu gestalten. Eine Publikation beschreibt das IT-gestützte Vorgehen und seinen Nutzen für die Unternehmen.

Der digitale Wandel vom reinen Hersteller zum produzierenden Dienstleister bietet der Industrie neue Marktchancen. Dies erfordert, dass Unternehmen die Möglichkeiten für innovative Geschäftsmodelle ausloten und konsequent nutzen. Vielfach gibt es Schwächen bei der Transformation bisheriger Angebotsstrategien in digitale Muster – eine Lücke, die das Verbundprojekt GEMiNI nun schließt.

Unter Leitung des Heinz Nixdorf Instituts (HNI) der Universität Paderborn haben die Partner – Atos IT Solutions and Services, CONTACT Software, SLM Solutions, Unity und das Fraunhofer Institut für Entwurfstechnik Mechatronik sowie das Sales & Marketing Department der RUB – einen Musterkatalog zur Ausprägung neuer Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 entwickelt und in CIM Database PLM abgebildet. Nach Projektabschluss hat das HNI jetzt eine detaillierte Publikation zur integrativen Planung und Umsetzung von Geschäftsmodellen und Wertschöpfungssystemen für Industrie 4.0 herausgegeben. Im Kontext der Digitalisierung zeigt sie den Unternehmen neue Wege der Wertschöpfung und zur nachhaltigen Stärkung ihrer Marktposition auf. Aufbau und Inhalt der knapp hundertseitigen Broschüre reißen wir hier kurz an.

Zukünftige Wertschöpfungstreiber
Smarte Technologien sind die Grundlage von Industrie 4.0 und haben einen erheblichen Einfluss auf den zukünftigen Unternehmenserfolg. Ihr Einsatz steht jedoch am Ende einer Handlungskette und folgt einer übergreifenden Strategie beziehungsweise ihren Geschäftsmodellen. Hier liefert GEMiNI ein Referenzmodell zur zukünftigen Unternehmensgestaltung, das in Kapitel 1 erklärt wird.

Geschäftsmodelle innovieren
Die Digitalisierung verändert die Art, wie Unternehmen Geschäfte machen. Kapitel 2 verdeutlicht, dass eine Vielzahl innovativer Geschäftsmodelle auf der geschickten Rekombination bekannter Lösungen basiert. Ein Musterkatalog mit 74 Beschreibung von erfolgreichen Geschäftsmodellen ermöglicht es Unternehmen dieses Lösungswissen direkt ins eigene Geschäftsmodell einfließen zu lassen.

Systematische Ideenfindung
Unternehmen wandeln ihre Geschäftsmodelle, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Im Kontext von Industrie 4.0 stehen sie vor der Frage, wie sie deren Potenziale am besten erschließen können. Kapitel 3 stellt eine Methode vor, die Unternehmen befähigt Erfolg versprechende Geschäftsideen zu generieren, auszuwählen und weiterzuverfolgen.

Kundenmehrwert schaffen
Das heutige Markt- und Wettbewerbsumfeld im Industriesektor fordert ein Umdenken von der Produktfokussierung hin zu mehr produktionsnahen Dienstleistungen. Kapitel 4 legt dar, wie Unternehmen über eine Kundenanalyse (Value Proposition Canvas) die Nutzenversprechen einer Geschäftsidee ausarbeiten können. Auf dieser Basis wird der Kern des Geschäftsmodells (Business Model Canvas) festgelegt und anhand der ausgewählten Musterbeispiele auf den konkreten Anwendungsfall adaptiert.

Risikoanalyse
Kapitel 5 erläutert, warum das Risikomanagement Im Kontext von Industrie 4.0 immer wichtiger wird. Dies gilt für die komplexer werdenden Wertschöpfungssysteme, smarte vernetzte Produkte und Produktionsanlagen (Stichwort Datensicherheit) sowie Services, bei denen Hersteller für Kunden Prozesse übernehmen. GEMiNI hat ein Vorgehensmodell entwickelt, um Risiken zu identifizieren und hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihre Auswirkungen zu bewerten.

Wertschöpfungssysteme
Wertschöpfungssysteme sind die Basis für die Realisierung der Geschäftsmodelle. Kapitel 6 zeigt, wie Sie über die Analyse und Anpassung von Wertschöpfungssystemen tragfähige Industrie 4.0-Konzepte umsetzen. Dabei werden alle an der heutigen Leistungserbringung beteiligten Ressourcen und Organisationseinheiten, Prozesse sowie Partner- und Lieferantennetzwerke betrachtet. Die graphische Modellierung der Wertschöpfungssysteme vereinfacht es für Unternehmen, potenzielle Schwachstellen zu erkennen und in die Geschäftsmodellentwicklung zurückzuspielen.

IT-Werkzeuge
Kapitel 7 beschreibt, wie die in GEMiNI entwickelten IT-Werkzeuge Unternehmen bei der Umsetzung der oben beschriebenen Prozesse und Methoden unterstützen. Die verschiedenen Lösungsbausteine dieser CIM Database-Anwendung haben wir in unserem Mai-Newsletter näher vorgestellt.

Fazit
GEMiNI stellt ein IT-gestütztes Instrumentarium bereit, das den Prozess von der Ideenfindung, über die Geschäftsmodellentwicklung und das Risikomanagement bis hin zur Wertschöpfungsplanung abdeckt. Dies hilft Unternehmen, die Chancen der Digitalisierung systematischer zu nutzen und Geschäftsmodelle für Industrie 4.0 einfacher in wirtschaftliche Konzepte zu überführen. Ein kostenloses Exemplar der oben vorgestellten Publikation können Sie gerne hier anfordern.

Ihr Ansprechpartner bei CONTACT: Lucas Kirsch, Produktmanagement & Consulting

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